Werkstudent

Als „Werkstudent“ werden Studenten bezeichnet, die neben dem Studium eine Erwerbsarbeit ausüben, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen oder Praxiserfahrung zu sammeln. In Bezug auf die gesetzliche Sozialversicherung sind dabei einige Besonderheiten zu berücksichtigen.

Das sog. Werkstudentenprivileg macht es möglich, dass Studenten in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei beschäftig werden können, vgl. § 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB V, § 27 Abs. 4 SGB III,  Zu beachten ist jedoch, dass die Versicherungsfreiheit nicht für die Rentenversicherung gilt. Daher sind auch Werkstudenten grundsätzlich versicherungspflichtig in der Rentenversicherung. Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung ist auch bei Werkstunden nur im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung möglich.

Wann ist jemand „Werkstudent“?

Um sozialversicherungsrechtlich als sog. Werkstudent eingestuft werden zu können, muss der Student seine Zeit und Arbeitskraft überwiegend für sein Studium in Anspruch nehmen. Die Beschäftigung darf daher wöchentlich nicht mehr als 20 Stunden ausgeübt werden. Ausnahmsweise konnte die Beschäftigung bis zum 31.12.2016 auch mehr als 20 Stunden ausgeübt werden, dann muss die Arbeitszeit jedoch in den Abend- und Nachtstunden liegen. Aufgrund der neuen Rechtsauslegung der Spitzenorganisationen der Sozialversicherung in dem Gemeinsamen Rundschreiben vom 23.11.2016 gilt diese Ausnahme nicht mehr grundsätzlich. Vielmehr soll ab 01.01.2017 in jedem Einzelfall geprüft werden, ob Zeit und Arbeitskraft des Studenten noch überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen wird. Sofern die Beschäftigung unbefristet oder aber mehr als 26 Wochen/182 Kalendertage im Jahr ausgeübt wird, soll das Werkstudentenprivileg wegfallen und es besteht Versicherungspflicht in allen Zweigen der Sozialversicherung.

Wurde die Beschäftigung bereits vor 2017 aufgenommen, wird auch bei unbefristeter Beschäftigung das Werkstudentenprivileg für Studentenjobs angenommen, in denen die 20-Wochenstunden-Grenze nur durch die Arbeitsstunden in den Abend-, Nachtstunden oder am Wochenende überschritten wurde. Für diese Beschäftigungen gilt also noch das alte gemeinsame Rundschreiben vom 27.07.2004 fort. 

Werkstunden werden der Sozialversicherung unter der Personengruppe 106 gemeldet.