Kindergeld

Das Kindergeld ist zum einen in den §§ 62 bis 78 des Einkommenssteuergesetzes (EStG) und zum anderen im Bundeskindergeldgesetz geregelt. Die Anwendbarkeit der jeweiligen Gesetze bestimmt sich grundsätzlich danach, ob der Anspruchsberechtigte nach dem Einkommenssteuergesetz unbeschränkt steuerpflichtig ist oder nicht.
 
Anspruchsberechtigt sind Deutsche, die entweder in Deutschland wohnen oder in Deutschland unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind. In Deutschland lebende EU-Bürger sind ebenfalls anspruchsberechtigt. Andere Ausländer sind anspruchsberechtigt, soweit sie im Besitz einer gültigen Niederlassungserlaubnis oder ausgewählter Aufenthaltstitel sind.
 
Für leibliche und adoptierte Kinder, sowie für Enkelkinder und Pflegekinder, soweit sie in den eigenen Haushalt aufgenommen worden sind, besteht für Eltern, bzw. die Betreuungspersonen ein Anspruch auf Kindergeld. Dieses beträgt bis zum Jahre 2017 für das erste und zweite Kind jeweils 192,00 EUR, für das dritte Kind 198,00 EUR und ab dem vierten Kind für jedes weitere Kind 223,00 EUR.

Ab dem 01.01.2018 ist das Kindergeld erhöht worden. Es beträgt seitdem monatlich

194,00 EUR für das erste und zweite Kind
200,00 EUR für das dritte Kind und
225,00 EUR für jedes weitere Kind.

Kindergeld wird bis mindestens zur Vollendung des 18. Lebensjahres gezahlt. Für arbeitssuchend gemeldete Kinder besteht ein Kindergeldanspruch bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres. Befindet sich das Kind in der Schul- bzw. Berufsausbildung oder studiert es, wird das Kindergeld bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gezahlt. Für Kinder, die wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten und deren Behinderung vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten ist, kann ohne Altersbegrenzung Kindergeld bezogen werden, solange mindestens ein Elternteil lebt.

Entsprechend des Urteils des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 17.10.2013 (Az: III R22/13) entfällt der Anspruch auf Kindergeld nicht deshalb, weil das Kind verheiratet ist.  

Ist das Kind Vollwaise oder kennt es den Aufenthalt der Eltern nicht, kann es Kindergeld für sich selbst nach dem Bundeskindergeldgesetz beantragen. Hier erfolgt die Kindergeldzahlung bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres.
Kommt der Kindergeldberechtigte seinen Unterhalspflichten nicht nach, kann das Kindergeld auf Antrag an das Kind selbst ausgezahlt werden. Die Praxis einiger Sozialämter, die volljährigen Kindern Grundsicherung wegen dauerhafter Erwerbsminderung gewähren, das Kindergeld auf sich überzuleiten, dürfte hingegen rechtswidrig sein.