Hartz IV

Umgangssprachlich wird mit "Hartz IV" die Transferleistung Arbeitslosengeld II bezeichnet. Tatsächlich handelt es sich bei "Hartz IV" um das vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt.

Zur Historie:
Im Jahre 2002 wurde von der Bundesregierung die sogenannte Hartz-Kommission eingesetzt, deren Aufgabe es war, Vorschläge zur effizienteren Gestaltung der Arbeitsmarktpolitik und zur Reformierung der Bundesanstalt für Arbeit zu erarbeiten. Grund dafür war einerseits die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit. Daneben dürfte auch der Vorwurf des Bundesrechnungshofs im Februar 2002 eine Rolle gespielt haben. Dieser warf der Bundesanstalt für Arbeit seinerzeit vor, dass sie Vermittlungszahlen zu ihren Gunsten gefälscht habe.
Die Kommission trug ursprünglich den Namen "Kommission Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt". Bekannt geworden ist sie dann jedoch unter dem Namen "Hartz Kommission", benannt nach ihrem Leiter und Vorsitzenden Peter Hartz. Peter Hartz war von der Bundesregierung zum Vorsitzenden der Kommision ausgewählt worden, weil er als Mitglied des Vorstandes der Volkswagen AG durch innovative Personalkonzepte zur Schaffung neuer Arbeitsplätze auf sich aufmerksam gemacht hatte. Zudem ist er Autor des Buches "Job Revolution".
Die Ergebnisse der Hartz-Kommision fanden dann Eingang in die Agenda 2010 unter Bundeskanzler Gerhard Schröder. Die schrittweise Umsetzung erfolgte in verschiedenen Gesetzespaketen, die die Bezeichnungen Hartz I, Hartz II, Hartz III und Hartz IV 4 erhielten. Hartz I und Hartz II traten im Januar 2003 in Kraft, Hartz IV 4 am 1.1.2005. 
"Hartz IV" bildete mit seinen umfangreichsten Regelungen zweifellos das Kernstück dieser Arbeitsmarktreform. Dort ist insbesondere geregelt, dass die Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengelegt werden und im Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) neu geregelt werden. Darüber hinaus soll jeder Arbeitssuchende einen Fallmanager der Arbeitsagentur erhalten. Ausserdem ist die Agentur für Arbeit jetzt grundsätzlich für alle erwerbsfähigen Arbeitslosen zuständig. 69 Kreise und Gemeinden erhalten die Möglichkeit, die Betreuung von Langzeitarbeitslosen eigenverantwortlich zu übernehmen (sog. Optionsmodell).

Zwischenzeitlich haben die Hartz-Gesetze und auch das sog. Hartz IV Gesetz mehrere Änderungen erfahren.

Die Höhe der Regelbedarfe der Leistungen zur Sicherung des Lebensunerhaltes nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II) betragen seit dem 01.01.2012:

374,00 EUR für Alleinstehende/Singles
337,00 EUR für volljährige Partner
299,00 EUR für Kinder ab 18 bis 24 Jahre
287,00 EUR für Kinder ab 14 bis 17 Jahre
251,00 EUR für Kinder ab 6 bis 13 Jahre
219,00 EUR für Kinder bis einschließlich 5 Jahre

Regelbedarfe ab 01.01.2013:

382,00 EUR für Alleinstehende/Singles
345,00 EUR für volljährige Partner
306,00 EUR für Kinder ab 18 bis 24 Jahre
289,00 EUR für Kinder ab 14 bis 17 Jahre
255,00 EUR für Kinder ab 6 bis 13 Jahre
224,00 EUR für Kinder bis einschließlich 5 Jahre

Neue Regelbedarfe ab 01.01.2014:

391,00 EUR für Alleinstehende
353,00 EUR für volljährige Partner
313,00 EUR für Kinder ab 18 bis 24 Jahre
296,00 EUR für Kinder ab 14 bis 17 Jahre
261,00 EUR für Kinder ab 6 bis 13 Jahre
229,00 EUR für Kinder bis 5 Jahre