GdB (Grad der Behinderung)

Der Grad der Behinderung (GdB) beziffert bei Behinderten Menschen die Schwere ihrer Behinderung. Er wird durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales (früher Versorgungsamt) festgestellt, so weit er nicht bereits anderweitig festgestellt wurde, z.B. durch einen Rentenbescheid oder durch eine Verwaltungs- oder Gerichtsentscheidung. Für die Feststellung gibt es bundesweite Richtlinien, die sogenannten "Versorgungsmedizinischen Grundsätze". Diese können beim Bundesjustizministerium unter www.gesetze-im-internet.de/versmedv/anlage.html eingesehen werden.
Letztlich entscheidend ist immer eine Gesamtsicht der tatsächlichen Beeinträchtigung. Mehrere GdB-Werte können daher nicht einfach addiert werden. Wenn jemand z.B. unter zwei körperlichen Beeinträchtigungen mit  einem Einzel-GdB von 20 leidet, ergibt dies nicht automatisch ein GdB von 40. Vielmehr wird geprüft, wie stark die Beeinträchtigungen insgesamt sind. Meist führt dies dazu, dass in dem genannten Beispiel lediglich eine Erhöhung um 10 Punkte erfolgt. Dieser Bewertungsmaßstab lässt sich damit erklären, dass bei reiner Addition sogar ein GdB von deutlich über 100 möglich wäre, was selbstverständlich nur wenig Sinn machen würde. Maßgebend sind die Auswirkungen der einzelnen Funktionsbeeinträchtigungen in ihrer Gesamtheit unter Berücksichtigung ihrer wechselseitigen Beziehungen zueinander. Ausgangspunkt der Bewertung ist dabei der höchste Einzelwert.
 
Ab einem GdB von 50 ist nach § 69 SGB IX in Verbindung mit der Schwerbehindertenausweisverordnung ein Schwerbehindertenausweis auszustellen. Der Ausweis kann folgende Merkzeichen aufweisen:
 
G
B
aG
Gl
H
Bl
RF
 = Erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit
 = Berechtigung der Mitnahme einer Begleitperson
 = Außergewöhnliche Gehbehinderung
 = Gehörlosigkeit
 = Hilflosigkeit
 = Blindheit
 = Ermäßigung von der Rundfunkbeitragspflicht 
Verschlechtert sich der Gesundheitszustand eines behinderten Menschen oder kommt eine weitere dauerhafte Einschränkung durch eine neue Erkrankung hinzu, dann sollte beim Landesamt für Gesundheit und Soziales ein Antrag auf Erhöhung des GdB gestellt werden. Der Vordruck für den Antrag wird auf Anfrage vom Versorgungsamt zugeschickt. Das Versorgungsamt prüft sodann, ob ein neuer Schwerbehindertenausweis mit zusätzlichen Merkzeichen ausgestellt wird.